10.000 mal TestDaF in China – und bald noch mehr

Autor: sisugoethe Datum: Di, 12/22/2015 - 12:51 Tags: Deutsch lernen

Zheng Yuxin studiert an der Tongji-Universität in Shanghai im 3. Semester. Nachdem sie ein Jahr am Deutschkolleg der Tongji intensiv Deutsch gelernt hat, hat die nun die Chance ein Jahr lang in Deutschland zu studieren und ein Praktikum in einer deutschen Firma zu absolvieren. Dazu muss sie allerdings erst einen der begehrten TestDaF-Plätze ergattern und diesen dann mit gutem Ergebnis bestehen. „Man muss wirklich schnell sein“, sagt sie. Obwohl die Plätze über Nacht ausgebucht sind, hat sie es geschafft.

Nun ist sie Teil der fast 10.000 Studierenden, die im Jahr 2015 in der Volksrepublik China des TestDaF absolviert haben – genau sind es 9.972 mehr als im vorherigen Jahr. Jedoch hat sich die Vorbereitung für Zheng Yuxin ausgezahlt, denn mit der TestDaF-Niveaustufe (TDN) 4 in sämtlichen Prüfungsteilen steht ihr nichts mehr im Weg. Besonders stolz ist sie auf ihr gutes Ergebnis in Hörverstehen. Nächstes Frühjahr wird sie dann ihren Flug nach Deutschland antreten. „Dafür habe ich hart gearbeitet“, sagt sie, „es hat sich aber gelohnt Ich bin sehr gespannt auf die Leute in Deutschland.“

Seit 15 Jahren gibt es den TestDaF nun schon, seit 2003 auch in China. Gerade einmal 277 Personen nahmen an der ersten Prüfung am 05. April teil. Alles war noch neu und ungewohnt. Heute ist TestDaF der bekannteste Test für Deutsch als Fremdsprache – und das nicht nur in China. Die entsprechenden Kurse werden weltweit an Universitäten und Privatschulen angeboten.

Dabei ist dieser großflächige Zugang jedoch mit Vorsicht zu genießen. „Es zeigt sich ganz deutlich“, sagt der Leiter des TestDaF-Instituts, Dr. Hans-Joachim Althaus, „dass es große Qualitätsunterschiede gibt. Gerade die privaten Sprachschulen, die am lautesten Reklame machen, haben oft die schlechtesten Teilnehmer. Viel besser schneiden die Kandidaten ab, die zum Beispiel am Deutschkolleg der Tongji-Universität gründlich Deutsch gelernt haben oder an den Sürachlernzentren des Goethe-Instituts.“ „Wo in Klassen mit viel zu vielen Schülern nur TestDaf-Musterprüfungen ausgefüllt werden, wird nicht gut Deutsch gelernt. Man muss die Sprache können, nicht die Prüfung kennen.“, so sein Fazit. Auch sei es für die Kandidaten besser, wenn sie länger lernten und erst später in die Prüfung gingen.

Der Leiter des TestDaf-Instituts erklärte außerdem, dass die Engpässe, die im letzten Jahr dazu führten, dass Bewerber keinen Platz oder weite Anreisen auf sich nehmen mussten , nun der Vergangenheit angehören sollten, da bereits der Bau von drei neuen Testzentren in Planung ist: „Damit finden wieder alle Interessenten in China einen Platz und die Wege zur Prüfung werden auch kürzer.“

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